Der Bibelkommentar Blog wird fortgesetzt auf meinem Projekt Kirche Blog (Kategorie Bibelkommentar).

Im 7. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” hatte ich angekündigt, das Johannes-Evangelium durchzuarbeiten. Mittlerweile bin ich aber auf einen erstklassigen Bibelkommentar von Weihbischof Dr. Friedrich Justus Knecht (†1921) gestoßen. Sein „Praktischer Kommentar zur Biblischen Geschichte“ aus dem Jahre 1913 ist eigentlich für den Religionsunterricht an der Volksschule gedacht und richtet sich an Schüler. Aber er eignet sich meines Erachtens genauso für Erwachsene.

Dieser Kommentar oder besser gesagt diese Studienbibel ist folgendermaßen aufgebaut:

  1. (Nach-)Erzählung der biblischen (Heils-) Geschichte, weitestgehend wörtlich aus der Bibel entnommen, jedoch gekürzt und mit vielen erklärenden Fußnoten versehen
  2. Erklärung der wörtlichen (historischen) Geschichte
  3. Auslegung der Geschichte, um den tieferen (geistigen) Sinn zu verstehen
  4. Anwendung der Geschichte auf unser Leben (bzw. das der Kinder)

Diese Vorgehensweise halte ich für die beste, um die Bibel (und nebenbei die Lehre und die Praktiken der kath. Kirche) verstehen zu lernen und uns zu helfen, den Glauben praktisch auf das Leben anzuwenden. Denn nur wer den Glauben versucht zu leben, wird erkennen können, ob dieser tatsächlich wahr ist und seinen Weg zu Gott finden.

Im Folgenden werde ich den Bibelkommentar kapitelweise und mit nur sehr wenigen Überarbeitungen und Anmerkungen wiedergeben. Grundlage ist die 23./24. Auflage, herausgegeben von der Herdersche Verlagshandlung, Freiburg im Breisgau.

Da das Einscannen und Bearbeiten der Originalausgabe doch sehr zeitaufwändig ist, wird es (sofern ich keine weitere Unterstützung dafür finden sollte) leider längere Zeit dauern, bis ich durch das fast tausendseitige Buch gekommen sein werde.

Für alle die nicht so lange warten wollen, können sich das Buch entweder (antiquarisch) erwerben (sofern sie die alt-deutsche Frakturschrift lesen könne) oder sich die englischsprachige Ausgabe in der Open Library ansehen und kostenlos herunterladen: „A practical commentary on Holy Scripture for the use of those who teach Bible history.

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Im 6. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” ging es darum, dass wir wie die Beröaer eine gewisse Offenheit gegenüber (vertrauenswürdigen) christlichen Lehrern haben sollten, wenn wir Gott (noch besser) kennen lernen wollen. Jedoch sollte man durchaus auch kritisch sein und das Gelehrte hinterfragen (dürfen). So sollten auch wir in der Bibel nachprüfen, ob dass was uns gesagt wird auch stimmig ist.

Im nun 7. und letzten Teil des Bibelworkshops stellen wir uns nochmal die Frage: Ja, aber wer ist denn nun Gott und wie kann ich ihn (noch besser) kennen lernen?

Dazu lesen wir eine Stelle aus dem sog. Johannes-Evangelium:

„Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18/EÜ)

  • Was heißt das im Klartext?

Bislang hat niemand Gott selbst gesehen (Er ist ja schließlich auch unsichtbar).

Hierzu sagte einer der Kirchenväter (siehe Catena Aurea):

Offensichtlich wird zu verstehen gegeben, daß, solange man hier auf sterbliche Weise lebt, Gott nur durch gewisse Bilder gesehen werden kann; im wirklichen Aussehen seiner Natur kann er nicht gesehen werden; daher kann die Seele, die von der Gnade des Geistes erfüllt ist, Gott nur durch bestimmte Bilder sehen, aber zur Macht seines Wesens gelangt sie nicht. (Gregor der Große)

Dennoch gibt bzw. gab es einen Menschen, der „am Herzen des Vaters ruht“ und uns Gott bekannt gemacht hat.

Wer ist nun dieser Mensch und was bedeutet der etwas rätselhafte Ausdruck „am Herzen des Vaters ruht“?

Der Mensch war Jesus von Nazareth (siehe die kurze Anmerkung zu Joh 1,1 und Joh 1,14 im vorigen Teil des Bibelworkshops bzw. die Erläuterungen im Folge-Workshop).

Was es bedeutet „am Herzen (bzw. „im Schoße“) des Vaters zu ruhen“ erläutert ein weiterer Kirchenvater (siehe Catena Aurea):

Er fügte noch etwas anderes an, indem er sagte: „Der im Schoße des Vaters ist“; denn im Schoße zu verweilen ist viel mehr als nur einfach zu sehen; denn wer einfach sieht, der hat überhaupt keine Erkenntnis von dem, was er sieht; wer aber im Schoß verweilt, der wird alles wissen. Wenn man also hört, daß keiner den Vater kennt außer der Sohn, so darf man keineswegs sagen, daß er zwar den Vater mehr kennt als alle, aber ihn doch nicht in seiner ganzen Größe kennt; deswegen sagt der Evangelist, daß er sich im Schoße seines Vaters befindet, damit wir nicht glauben, daß dadurch etwas anderes ausgedrückt sei als die gleiche Verbundenheit und Mitewigkeit des Einziggeborenen mit dem Vater. (Chrysostomus)

D.h. Jesus kennt Gott (, den Vater) nicht nur viel besser als wir, sondern er kennt in praktisch durch und durch.

Wenn wir Gott, der unsichtbar ist, kennen lernen wollen, dann können wir das am Einfachsten, indem wir Jesus kennen lernen. Denn er war ein Mensch wie wir und lehrte von Gott wie kein anderer. Noch dazu lebte er auch genau das, was er selbst lehrte. Somit können wir an seiner Person Gott selbst erkennen. Wir sehen durch ihn aber nicht nur Gott, Jesus selbst IST auch Gott (aber dazu später mehr).

Damit wären wir erstmal am Ende unseres Bibelworkshops „Auf der Suche nach Gott“ angelangt. Noch haben wir Gott aber noch nicht wirklich gefunden.

  • Wie geht es also weiter? Wo sollen wir anfangen?

Lesen wir dazu noch eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium:

„Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“ (Joh 20,30-31/EÜ)

Das Johannes-Evangelium wurde also geschrieben, damit  wir zum Glauben an Jesus, den Sohn Gottes kommen können UND, dass wird durch ihn DAS Leben haben. Gemeint ist das wahre, ewige Leben. Und genau das erhalten wir auch, wenn wir Gott gefunden haben. Dazu muss man jedoch zunächst zum Glauben an Jesus, den Messias (d.h. Gesalbten) kommen. Und dazu wiederum, ist es hilfreich, wenn man das Johannes-Evangelium liest.

Deshalb werden wir uns im nächsten Bibelworkshop gemeinsam durch das Johannes-Evangelium arbeiten und in die Tiefen und Höhen des christlichen Glaubens vorstoßen.

Lasst Euch überraschen!

Update: Mittlerweile (nach 5 Jahren Pause!) habe ich die Pläne für die Fortsetzung des Bibelworkshops geändert. Statt das Johannes-Evangelium zu studieren, werden wir durch die komplette Bibel gehen, angefangen mit der Erschaffung der Welt!

Im 5. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” haben wir die Bekehrungsgeschichte des Schatzmeisters aus Äthiopien behandelt. Wir haben gesehen, dass eine lernbereite Grundhaltung wichtig ist, um Gott zu finden. Und man braucht i.d.R. auch einen christlichen Lehrer, der einem die Bibel erklären kann.

Das heißt aber nicht, dass wir die Bibel nicht selbst für uns lesen und einfach nur alles glauben sollen, was uns andere erzählen. Wir dürfen und sollen alles nachprüfen, was uns gelehrt wird (soweit das möglich ist). Das verhindert (möglicherweise), dass man falschen Lehren aufsitzt und schafft zudem eigene Überzeugungen. Hierzu gibt es auch ein Beispiel aus der Bibel.

Zweite Missionsreise des Apostel Paulus

Zweite Missionsreise des Apostel Paulus (© Tyndale House Publishers)

Auf seiner zweiten großen Missionsreise kam der Apostel Paulus nach Thessalonich, der damaligen Hauptstadt Mazedoniens. Die dort wohnenden Juden wiegelten jedoch das Volk gegen Paulus und seinen Mitarbeiter Silas auf, so dass sie sofort nach Beröa weiter zogen, das etwa 100km weiter westlich lag:

„Die Brüder schickten noch in der Nacht Paulus und Silas weiter nach Beröa. Nach ihrer Ankunft gingen sie in die Synagoge der Juden. Diese waren freundlicher als die in Thessalonich; mit großer Bereitschaft nahmen sie das Wort auf und forschten Tag für Tag in den Schriften nach, ob sich dies wirklich so verhielte. Viele von ihnen wurden gläubig, und ebenso nicht wenige der vornehmen griechischen Frauen und Männer.“ (Apg 17,10-12/EÜ)

  • Was können wir von den Juden in Beröa lernen?

Zunächst einmal waren sie gegenüber Paulus und Silas freundlich und nicht feindselig gesinnt. Die Juden dort hörten Paulus und Silas erstmal an, bevor sie sich ein Urteil bildeten. Es macht auch wenig Sinn, sich von Leuten den christlichen Glauben erklären zu lassen, wenn man überhaupt kein Vertrauen zu ihnen hat.

Weiterhin lasen die Leute in Beröa all das, was ihnen Paulus erzählte in der Bibel (damals das Alte Testament) nach. Sie prüften, ob Paulus die Wahrheit sagte und das Ganze überhaupt Sinn machte.

Manche Menschen glauben, dass man, um an Jesus Christus glauben zu können seinen Verstand abschalten müsse. Dem ist aber nicht so. Der menschliche Verstand ist gut und wurde uns von Gott gegeben, damit wir ihn benutzen. Das unterscheidet uns auch von den Tieren, die lediglich einen Instinkt haben.

Jesus wird in der Bibel übrigens auch als „Logos“, griechisch für „Wort“, „Verstand“, „Vernunft“ bezeichnet (siehe z.B. Joh 1,1 und Joh 1,14).  Das ist ein Hinweis auf Gottes eigenen Verstand, der jedoch den unsrigen im unvorstellbaren Maß übersteigt.

Man kann seinen Verstand für Gutes wie für Schlechtes einsetzen. Wenn wir Gott finden bzw. ihn immer besser kennen lernen wollen, müssen wir natürlich unseren Verstand für das Gute einsetzen.

Machen wir es also wie die Beröer und nutzen unseren Verstand, um zu unterscheiden, was richtig und gut bzw. was falsch und böse ist.

Nicht umsonst heißt es in der Bibel:

„Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thess 5,21/EÜ)

Hier geht es weiter zum 7. und letzten Teil des Bibelworkshops.

Im 4. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” haben wir erfahren, dass Gott sich von uns finden lässt, wenn wir Ihn von ganzem Herzen suchen. In diesem Teil des Bibelworkshops sehen wir uns einen Mann an, der genau dies tat.

Die Reisen von Phlippus und des Schatzmeisters von Ägypten (© Tyndale House Publishers)

Die Reisen von Phlippus und des Eunuchen/Schatzmeisters (© Tyndale House Publishers)

Es handelt sich um den Schatzmeister des Königreichs Äthiopien, der durch Gottes Fügung auf der Straße von Jerusalem nach Gaza auf Philippus (einen der sieben Diakone) trifft (das Königreich Äthiopien entspricht übrigens nicht dem heutigen Äthiopien, sondern dem alten Königreich Kusch/Nubien , im nördlichen heutigen Sudan, siehe Das große Handbuch zur Bibel):

26 Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend. 27 Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, 28 und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen. 30 Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? 31 Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. 32 Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete:

Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf. 33 In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen.

34 Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen? 35 Da begann Philippus zu reden und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus. 36 Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg? 37 [Da sagte Philippus zu ihm: Wenn du aus ganzem Herzen glaubst, ist es möglich. Er antwortete: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist] 38 Er ließ den Wagen halten und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr und er zog voll Freude weiter. 40 Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam. (Apg 8,26-40/EÜ)

Gott überlässt nichts dem Zufall. Er sandte einen Engel zu Philippus, damit dieser den Kämmerer (d.h. Schatzmeister bzw. in manchen wörtlichen Übersetzungen auch als Eunuche bezeichnet) treffen würde.

  • Wer war dieser Schatzmeister?

Er war vermutlich ein Heide, also ein Nichtjude.

  • Warum fuhr er dann den weiten Weg vom Äthiopischen Königreich (Nubien) nach Jerusalem (über 1000km Luftlinie!), um dort (im bzw. am Tempel) Gott anzubeten?

Offensichtlich war er auf der Suche nach Gott. Er war weder Jude, noch Christ. Er fuhr einfach mal los nach Jerusalem, um dort zu Gott zu beten.

Was für ein (zeitlicher und finanzieller) Aufwand! Was für ein Eifer! Das ist eine Suche nach Gott von ganzem Herzen!

Auf dem Rückweg von Jerusalem studiert der Schatzmeister die Bibel (damals gab es nur das Alte Testament, das Neue Testament bestehend aus den Evangelien, der Apostelgeschichte, den Briefen und der Offenbarung wurde erst später aufgeschrieben und zusammengestellt). Aber offensichtlich verstand er den Sinn der Bibel bzw. der Stelle, die er gerade las nicht. Als Philippus ihn fragte, ob er ihm helfen könne, ließ sich der Schatzmeister die Bibel von Philippus gerne erklären.

Was für ein tiefer Wunsch, die Bibel verstehen zu wollen! Welche Offenheit und Lernbereitschaft legte der Schatzmeister an den Tag! Er lädt einen vollkommen fremden Mann ein (mitten auf der Straße), ihm zu helfen, die Schrift besser zu verstehen! Er gibt nicht vor, alles selbst (besser) zu wissen. Er bildet sich auch nichts auf seine hohe Stellung am Hof der Königin von Äthiopien ein. Nein, er will offensichtlich einfach nur die Bibel verstehen und herausfinden, was Gottes Plan für sein Leben ist!

Was für eine tolle Einstellung! Was für eine Demut! Das ist eine Suche nach Gott von ganzem Herzen!

Philippus erklärte dem Schatzmeister nun, dass die gerade von ihm gelesene Stelle (siehe Jes 53,7-8 nach der Septuaginta) eine Prophezeiung ist, die sich auf Jesus Tod am Kreuz bezieht und verkündigt ihm daraufhin das Evangelium von Jesus (nämlich, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben, am dritten Tage von den Toten auferstanden und dann in den Himmel zu Gott, dem Vater aufgefahren ist. Und dass wir uns taufen lassen müssen, damit wir die Vergebung unserer Sünden erlangen, vgl. 1.Kor 15,1ff und Apg 2,38 ).

Es muss hierbei angemerkt werden, dass auch Philippus ein tolles Herz hat. Er ließ sich vom Geist Gottes zum Wagen des Schatzmeisters führen und nimmt sich dann die Zeit, dem Schatzmeister die Bibel und das Evangelium zu erklären. Er hätte das nicht machen müssen. Er wurde dazu nicht gezwungen. So aber ließ er sich zu einem göttlichen Werkzeug machen, um dem Schatzmeister zu helfen. Hier sieht man zudem wie wichtig es ist, dass man als Christ genügend Kenntnisse der Heiligen Schrift hat, um sie auslegen und erklären zu können.

Wie brauchen also beides: Menschen, die sich auf der Suche nach Gott helfen lassen, als auch Christen, die gute Lehrer sind! Die Bibel ist nicht immer einfach zu verstehen. Und sie kann auch falsch ausgelegt und erklärt werden. Traurigerweise sind dadurch bereits schon viele falsche und auch schädliche Lehren über den christlichen Glauben verbreitet worden.

Wichtig ist hierbei festzuhalten: die Bibel erklärt sich nicht überall selbst. Man braucht neben den Selbststudium auch bewährte (und vorbildliche) christliche Lehrer, die einem nicht nur schwierige Passagen in der Bibel erklären, sondern auch Hinweise zur praktischen Anwendung geben können (ich spreche hier übrigens nicht von mir, auch wenn ich mein Bestes versuche 😉 ).

  • Was machte nun der Schatzmeister nach diesem Kurz-„Glaubenskurs“ mit Philippus?

Er ergreift die nächstbeste Gelegenheit, um sich taufen zu lassen!

Er war sicherlich bereits vorher durch Gott auf diese Entscheidung vorbereitet worden. Ansonsten hätte er wohl nicht so schnell eine so tiefgreifende Entscheidung treffen können. Andererseits war der Schatzmeister offensichtlich ein Mann der Tat. Er hatte verstanden, um was es geht und handelte dann danach.

Eine (erfolgreiche) Suche nach Gott beinhaltet also nicht einfach nur das bloße Anhäufen von Wissen oder das Führen von philosophischen Diskussionen, sondern auch das Umsetzen des bereits Gelerntem. Denn Gott will letztendlich sehen, ob wir es Ernst meinen mit unserer Suche. Erst dann wird Er sich uns auch immer mehr zeigen.

Hier geht es weiter zum 6. Teil des Bibelworkshops.

Im 3. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” habe wir uns mit (dem Schluss) der Rede des Paulus in Athen beschäftigt. Paulus erklärte den Athenern, dass jetzt die Zeit gekommen sei, Gott (besser) kennen zu lernen. Das gilt auch für uns heute.

  • Will ich diese Chance nutzen?
  • Wenn ja, wie kann ich denn Gott (besser) kennen lernen?

Dazu machen wir einen großen zeitlichen Sprung zurück in die Zeit als Babylonien zu einer Weltmacht wurde (ca. 600 v. Chr.).

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Hier ein kurzer Abriss der Geschichte (siehe Das große Handbuch zur Bibel):

612 v.Chr. wird Ninive, die Hauptstadt Assyriens (nördlich von Assur) von Babylon erobert.

609 v.Chr. versucht das ägyptische Heer den Assyrern kurz vor dem militärischen Zusammenbruch zur Hilfe zu eilen. Josia, der König von Judäa stellt sich den Ägyptern entgegen und fällt im Kampf. Bei seiner Rückkehr aus Assyrien setzt Pharao Necho den neuen König Johas ab und Jojakim auf den Thron.

605 v.Chr. erleidet das ägyptische Heer eine Niederlage gegen Nebukadnezzar von Babylonien.

604 v.Chr. unterwirft Nebukadnezzar syrische, judäische und philistische Städte.

598 v.Chr. verbündet sich Judäa mit Ägypten, woraufhin babylonische Truppen Jerusalem angreifen.

597 v.Chr. stirbt der jüdäische König Jojakim und Jerusalem wird nach zweimonatiger Belagerung von den Babyloniern eingenommen. Der neue König Jojachin wird zusammen mit seinem Hofstaat, eine Gruppe Priester und einige Propheten nach Babylon deportiert.

Verschleppung der besiegten Judäer nach Babylon (© Tyndale House Publishers)

Verschleppung der besiegten Judäer nach Babylon (© Tyndale House Publishers)

Die Juden waren in einer hoffnungslosen Situation. Sie waren von den Babyloniern besiegt und in ein fremdes und zudem feindliches Land verschleppt worden. Ihr Gott hatte ihnen offensichtlich nicht geholfen.

Die Juden im Exil wussten zwar, dass sie selbst Schuld daran waren, da sie sich von Gott abgewandt hatten und nicht auf Seinen Propheten Jeremia hörten. Aber was sollten sie jetzt tun? Würde Gott ihnen nochmals aus dieser Situation heraushelfen?

Daraufhin lässt Gott den im Exil lebenden Juden durch den Propheten Jeremia Folgendes mitteilen:

11 Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. 12 Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch. 13 Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, 14 lasse ich mich von euch finden – Spruch des Herrn. Ich wende euer Geschick und sammle euch aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch versprengt habe – Spruch des Herrn. Ich bringe euch an den Ort zurück, von dem ich euch weggeführt habe. (Jer 29,11-14/EÜ)

Gott sagt also sinngemäß: Ich weiß sehr wohl was ich mit euch vorhabe. Es sieht zwar momentan so aus, als ob ich für euch nur Unheil bringen will. Aber nein! Eigentlich will ich euch Gutes tun. Ich will euch aus eurer schrecklichen Lage befreien und euch eine gute Zukunft schenken.

  • Was sind aber Seine Bedingungen hierfür?

Dass die Juden zu Ihm beten! Er möchte , dass sie Ihn von ganzem Herzen suchen! Dass sie ehrlich an Gott interessiert sind!

Dann wird Er sich von ihnen (wieder) finden lassen. Dann wird Er ihr Schicksal wieder zum Guten wenden und sie wieder an dem Ort sammeln von dem sie versprengt wurden.

Dies ist nicht nur eine Geschichte der Vergangenheit. Es betrifft uns auch heute. Gottes Herz und Zusagen ändern sich nicht. Gott will auch heute noch das Schicksal der Menschen vom Schlechten zum Guten wenden. Er will uns eine Hoffnung schenken.

  • Wie geht es dir zur Zeit?
  • Hast du eine Hoffnung auf ein „gutes“ Leben?
  • Glaubst du das, was Gott hier verspricht?
  • Willst du es mal ausprobieren?

Dann fange an, dich wirklich für Gott zu interessieren! Dann fange an ihn zu suchen, und zwar von ganzem Herzen!

Das Wertvollste im Leben ist eine Beziehung zu Gott.

  • Was bist du bereit dafür zu tun?

Um herauszufinden was es praktisch heißt, Gott von ganzem Herzen zu suchen, empfehle ich Weisheit 1,1-15 zu lesen.

Hier geht es weiter zum 5. Teil des Bibelworkshops.

Im 2. Teil des Bibelworkshops „Auf der Suche nach Gott“ ging es darum, dass wir Menschen meist eine falsche Vorstellung von Gott haben und uns stattdessen eigene Götter geschaffen haben. Wir müssen also unsere Vorstellung von Gott ändern (und im Laufe des Lebens immer wieder korrigieren).

Denn Gott ist keine bloße Einbildung in den Köpfen von Menschen! Gott ist real, persönlich und sehr mächtig! Er hat nicht nur uns, sondern alles auf dieser Erde und im gesamten Weltall geschaffen. Es gibt nichts, was wichtiger wäre in unserem Leben, als Gott kennen zu lernen!

Zurück zur Rede des Paulus‘ in Athen:

30 Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören. 33 So ging Paulus aus ihrer Mitte weg. 34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen. (Apg 17,30-34/EÜ)

Was will Paulus damit sagen?

Bevor Jesus in die Welt kam wussten die Menschen (bis auf das kleine, auserwählte Volk Israel) nichts bzw. nicht viel von dem wahren Gott. Über diese Zeit der Unwissenheit hat Gott hinweg gesehen, d.h. Er hat sie in Kauf genommen ohne einzugreifen.

Jetzt aber hat Er eingegriffen! Nachdem Jesus Christus erschienen ist, wurde alles anders! Gott hat sich mit Jesus nicht nur den Juden zu Erkennen gegeben, sondern allen Menschen. Durch die Botschafter Christi (Apostel, Evangelisten etc.) lässt Er damals wie heute allen Menschen mitteilen, dass sie „umkehren“ sollen.

Was „umkehren“ bedeutet werden wir später noch genauer behandeln. An dieser Stelle reicht es zu wissen, dass Gott von uns möchte, dass wir unsere falsche Vorstellungen über Ihn korrigieren und Ihn, den wahren Gott suchen und Ihm uns zuwenden.

Weiter sagt Paulus, dass Gott einen Tag festgelegt hat (den sog. „Jüngsten Tag“), an dem Er alle Menschen dieser Welt (auch die bereits verstorbenen und noch zukünftig lebenden) zur Rechenschaft über ihr Leben ziehen wird. Er hat als Richter einen Mann eingesetzt, den Er vor allen Menschen dadurch auszeichnete, indem Er ihn von den Toten auferweckte. Gemeint ist natürlich Jesus von Nazaret.

Wie war nun die Reaktion auf die Rede des Paulus‘?

Die einen machten sich darüber lustig (für die Griechen damals war eine Auferstehung der Toten völlig unglaublich), andere wollten jedoch mehr von Paulus erfahren (und ein paar wenige kamen dann auch noch zum Glauben).

  • Wie sieht es mit dir aus?
  • Willst du noch mehr über Gott erfahren?

Im nächsten Teil des Bibelworkshops wird es darum gehen, was Gott für einen Plan für dein Leben hat und was es heißt Ihn zu suchen.

Für die Zwischenzeit empfehle ich zur weiteren Vertiefung Jes 45,18-25 zu lesen, wo Gott uns durch den Propheten Jesaja auffordert, ihn zu suchen und zu erkennen.

In Weisheit 13-14 wird beschrieben wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass Menschen tote Gegenstände als Götter anbeten.

Hinweis: Das lehrreiche deuterokanonische Buch „Weisheit“ bzw. „Weisheit Salomos“ ist leider nicht in allen Bibelausgaben enthalten; in nicht-katholischen Bibelausgaben fehlt es meistens, da es im evangelischen Bibelkanon zu den sog. apokryphen altestamentlichen Schriften gezählt wird. In der Bibel der ersten Christen, nämlich der griech. Übersetzung des Alten Testaments, der Septuaginta, war es jedoch enthalten.

Hier geht es zum 4. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott”.

Im 1. Teil des Bibelworkshops „Auf der Suche nach Gott“ haben wir erfahren wie unterschiedlich die Athener auf Paulus‘ Rede über Jesus (und die Auferstehung der Toten) reagiert hatten.

Nun fängt Paulus an, „in der Mitte des Areopags“ den (Interessierten unter den) Athenern eine Rede über den „wahren Gott“ zu halten:

22 Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. 23 Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. 24 Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind. 25 Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt. 26 Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. 27 Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. 28 Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art. 29 Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. (Apg 17,22-29/EÜ)

Paulus beginnt seine Rede sensibel. Er lobt die Athener für ihre Frömmigkeit (anstatt sie zuerst auf ihre Unwissenheit und ihren Götzendienst hinzuweisen). Die Athener verstanden offensichtlich, dass sie selbst nicht die höchsten Wesen dieser Welt waren (immerhin!), sondern dass es auch einen Gott bzw. Götter (über ihnen selbst) gab.

Sie gingen sogar so weit, dass sie nicht nur Altäre für die ihnen bekannten Götter errichteten, sondern auch für diejenigen, die sie noch gar nicht kannten. Vermutlich um sicher zu gehen, dass sie bei ihrer Verehrung keinen Gott vergaßen, der ihnen dann unter Umständen (wegen der fehlenden Verehrung) nicht mehr wohlgesonnen gewesen wäre. Heute würde man sich vielleicht über einen solchen „Aberglauben“ lustig machen. Aber sind wir heute wirklich viel schlauer als die Athener damals?

Paulus knüpft nun seine Rede geschickt an einen solchen „unbekannten Gott“ an und erklärt den Athenern, wen sie da unbewusst verehrten: nämlich den einzig wahren Gott, der in unserer Zeit durch Jesus und seine Auferstehung von den Toten bezeugt wurde (wäre Jesus nicht wirklich von den Toten auferstanden, dann wäre kein Beweis erbracht worden, dass seine Lehre über Gott, die Welt, die Menschen etc. wahr ist; vgl. auch Chrysostomus)

Jedoch hatten die Athener – wie viele andere Menschen damals und heute  – eine völlig falsche Vorstellung von Gott.

In den Versen 28-29 zitiert Paulus übrigens aus den Schriften des Epimenides von Kreta (genauso wie z.B. in Tit 1,12, siehe Kommentar zur Bibel) bzw. des Aratos (siehe Clemens von Alexandrien), um ihnen anhand ihrer eigenen Dichtern bzw. Philosophen klar zu machen, wie falsch ihre Gottesvorstellungen eigentlich sind: Gott ist doch kein von Menschen erdachtes oder erschaffenes Gebilde wie die (von Menschenhand gemachten) Statuen und Gegenstände, die die Athener anbeteten! Wir sind doch von Gottes Art! Wie kann dann Gott, als unser Schöpfer, ein „Ding“ sein?

Wie sieht es aber mit unseren eigenen Gottesvorstellung aus?

  • Welche Vorstellung hast du von Gott?
  • Ist Gott für dich ein alter weiser Mann, der irgendwo oben im Himmel sitzt und den Menschen ab und zu gute Ratschläge für ihr Leben gibt?
  • Ist Gott eine unpersönliche Macht, die irgendwie dein Schicksal bestimmt?
  • Ist Gott für dich ein unerbittlicher Richter, der Freude am Strafen hat und dir jeden Spaß am Leben vorenthalten will?
  • Oder gibt es überhaupt keinen Gott und das alles ist eine Einbildung von naiven oder schwächlichen Menschen?

Paulus sagt, dass…

  1. …Gott die Welt und alles in ihr erschaffen hat.
    D.h. Gott hat den Kosmos, die Erde, den Menschen, die Tiere, die Pflanzen und alles andere, was wir sehen und erleben geschaffen. Wir und die gesamte Welt sind also kein Zufallsprodukt!
  2. …Gott nicht in Tempeln wohnt.
    D.h. Gott hat keinen „Wohnort“ oder Aufenthaltsort wie z.B. wir Menschen. Er ist unsichtbar und ist überall zur gleichen Zeit.
  3. …Gott nichts von uns Menschen benötigt, sondern ganz im Gegenteil uns das alles gibt, was wir zum Leben brauchen.
    D.h., dass nichts und niemand ohne Gott Leben erhält, noch am Leben bleibt.
  4. …Gott aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen hat, damit sie die Erde bewohnen.
    D.h. vom ersten Menschen, nämlich Adam (siehe Gen 1,26ff bzw. Gen 2,7ff), den Gott noch „selbst“ direkt und ohne Geburtsvorgang erschaffen hat, stammen alle Menschen ab! Der Mensch stammt also nicht vom Affen ab wie viele Menschen heute glauben. Auch Eva, der zweite Mensch wurde noch direkt von Gott erschaffen. Alle weiteren Menschen stammen durch geburtliche Fortpflanzung von diesem ersten Menschenpaar ab (zu den widersprüchlich scheinenden Schöpfungsberichten siehe z.B. den Artikel „Genesis 1 und 2: Zwei sich ergänzende Schilderungen vom Anfang“ von Wort und Wissen).
  5. …Gott hat für sie bestimmte Zeiten und Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.
    D.h. es ist kein Zufall, wann welcher Mensch oder welches Volk wo wie lange gelebt hat.

Gott hat hat dich und mich geschaffen und hält uns jede Sekunde am Leben, indem Er uns den Atem schenkt. Du bist von Gott gewollt! Genau so wie du bist, mit all deinen Stärken und Schwächen (Er will dich jedoch noch vollkommen machen, aber dazu später mehr…).

  • Aber warum hat Gott die Menschen, also auch dich, geschaffen?

Damit wir ihn suchen und finden mögen! (Apg 17,27)

Und um das tun zu können, muss man glücklicherweise nicht weit reisen. Du musst nicht erst für viel Geld nach Indien fliegen, um dort ein Seminar zu besuchen oder einem Guru zuzuhören, „denn keinem von uns ist er fern“ (Apg 17,22/EÜ)

  • Und warum suchen heute dann so wenig Leute nach Gott?

Weil uns Gott unbekannt (geworden) ist oder wir denken, dass wir Gott sowieso nicht finden werden.

Die Vorstellungen, die wir uns (auch heute noch) von Gott machen sind meist völlig verkehrt.

Wir haben in vielerlei Hinsicht tatsächlich unsere eigenen Götter geschaffen!

Hier noch ein paar Fragen an dich und mich:

  • Wer oder was ist dein Gott?
  • Was ist dein Lebenssinn?
  • Für was gibst du Zeit und Geld aus?

Hier geht es zum 3. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott”.

Lukas, Arzt und Mitarbeiter des Apostel Paulus‘, erzählt in seiner Apostelgeschichte von der Entstehung der Kirche und ihrer weltweiten Ausbreitung.

Bei der zweiten großen Missionsreise des Apostel Paulus (um ca. 50 n.Chr.) kam dieser auch nach Athen.

Zweite Missionsreise des Apostel Paulus

Zweite Missionsreise des Apostel Paulus (© Tyndale House Publishers)

Zuvor war er in Beröa (heute Veria in Griechenland), wo er von den dortigen Menschen freundlich aufgenommen wurde (Apg 17,10-12).

Gleich darauf musste er jedoch weiter nach Athen ziehen, da ihn feindselige Juden aus Thessalonich (heute Thessalonik in Griechenland) nachstellten. Er ließ dabei seine Mitarbeiter Silas und Timotheus zunächst in Beröa zurück (Apg 17,13-15).

Hier steigen wir jetzt in die Erzählung der Bibel ein (Apostelgeschichte 17,16ff):

16 Während Paulus in Athen auf sie [Silas und Timotheus] wartete, erfasste ihn heftiger Zorn; denn er sah die Stadt voll von Götzenbildern. 17 Er redete in der Synagoge mit den Juden und Gottesfürchtigen und auf dem Markt sprach er täglich mit denen, die er gerade antraf. 18 Einige von den epikureischen und stoischen Philosophen diskutierten mit ihm und manche sagten: Was will denn dieser Schwätzer? Andere aber: Es scheint ein Verkünder fremder Gottheiten zu sein. Er verkündete nämlich das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung. 19 Sie nahmen ihn mit, führten ihn zum Areopag und fragten: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du vorträgst? 20 Du bringst uns recht befremdliche Dinge zu Gehör. Wir wüssten gern, worum es sich handelt. 21 Alle Athener und die Fremden dort taten nichts lieber, als die letzten Neuigkeiten zu erzählen oder zu hören.  (Apg 17,16-21/EÜ)

Paulus war also in Athen, einer damals (durchaus noch) bedeutenden Großstadt. Eine Stadt, die zwar nicht mehr den Glanz vergangener Tage hatte (wie z.B. im 5.Jh v. Chr.), jedoch immer noch ein Zentrum der Philosophie mit einer der größten Universitäten der Welt (siehe Das große Handbuch zur Bibel).

Die Athener waren eigentlich nicht Atheisten. Sie glaubten an Gott bzw. genauer an viele Götter. Es gab eine Vielfalt von „Religionen“, die sich gegenseitig tolerierten.

Warum regte sich Paulus dann so darüber auf? Ist doch klasse, dass die Athener überhaupt gläubig waren, oder?

Für Paulus waren dies jedoch falsche und schädliche Götter und damit ein Grund, mit den Athenern über ihren Glauben (bzw. Nichtglauben) zu diskutieren.

Paulus sprach nicht nur mit gläubigen Juden und sogenannten Gottesfürchtigen (d.h. Nichtjuden, die zum jüdischen Glauben gekommen waren), sondern auch mit Menschen, die philosophisch interessiert waren wie die Epikureer und Stoiker.

Die Epikureer sind nach Epikur (341-270 v.Chr) benannt. Für sie ist der Lebensgenuss die Sinnerfüllung des menschlichen Lebens. Die Stoiker sind nach der bunt ausgemalten Stoa (Wandelhalle) benannt, in der Zenon (340-256 v.Chr) lehrte. Für die Stoiker gab es eine Art Weltvernunft, nach der der Mensch leben und sich seinem Schicksal ohne größeren Gefühlsregungen fügen sollte. (siehe Kommentar zur Bibel bzw. Wikipedia).

  • Was ist dein Sinn im Leben? Was ist dir wichtig? Wofür lebst du?

Die Reaktionen der Leute auf Paulus‘ Botschaft von Jesus und der Auferstehung waren unterschiedlich. Die einen hielten Paulus einfach für einen (intellektuellen) „Schwätzer“, der keine Ahnung hatte. Andere waren durchaus interessiert, an dem, was er erzählte.

Offensichtlich hielten sie aber zunächst Jesus und „die Auferstehung“ (griech. „anastasis“; klingt im Griechischem wie ein weiblicher Gottesname) lediglich für weitere, ihnen noch unbekannte Götter (vgl. Chrysostomus).

Neugierig geworden, nahmen sie Paulus schließlich mit zum Areopag (vermutlich ein städtischer Rat/Gremium in Athen, vgl. auch Chrysostomus), um noch mehr über die Lehre über Jesus zu erfahren.

  • Zu welcher Gruppe von Menschen gehörst du? – Zu der, die den Glauben an  Gott für Unsinn hält oder zu der, die neugierig ist und mehr von Gott erfahren will?

Hier geht es zum 2. Teil des Bibelworkshops „Auf der Suche nach Gott“.

Diese Woche möchte ich einen Bibelworkshop mit dem Titel „Auf der Suche nach Gott“ beginnen.

Ich habe die Artikelserie bewusst „Bibelworkshop“ (und nicht etwa „Bibelstudie“ oder „Bibelstudium“) genannt, da es mir nicht um passives Lernen, sondern um aktives Mitarbeiten geht. Mit Mitarbeit meine ich in erster Linie das eigenständige Durchdenken der Themen und das (sich selbst) Beantworten der dabei aufgeworfenen Fragen. Natürlich stehe ich – wenn gewünscht – auch selbst zur Beantwortung von Fragen (auch gerne kritische) zur Verfügung.

Wenn ich mich auf die Suche nach Gott mache bzw. der Frage nachgehe, ob es Ihn überhaupt gibt, dann muss ich auch etwas dafür tun. Natürlich wird uns Gott dabei helfen (Er will sich ja von uns finden lassen; aber dazu später mehr). Aber ohne bzw. gegen unseren Willen macht Er das nicht.

Weiterhin geht es mir nicht um eine akademisch orientierte Bibelauslegung, sondern wir werden uns (auch) mit ganz praktischen Dingen des („echten“) Lebens befassen.

Aber natürlich werde ich mich bemühen, die Bibelauslegung so fundiert und ausgewogen wie möglich zu machen. Und ich fordere jetzt schon die Leser bzw. Workshop-Teilnehmer auf, alles zu prüfen (und ggf. zu kommentieren), was ich so schreiben werde. Schließlich bin auch ich nicht perfekt, aber ich hoffe und bete darum, dass Gott mir helfen wird, meine Sache so gut wie möglich zu machen 😉

Hier geht es zum 1. Teil des Bibelworkshops.

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