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Im 4. Teil des Bibelworkshops “Auf der Suche nach Gott” haben wir erfahren, dass Gott sich von uns finden lässt, wenn wir Ihn von ganzem Herzen suchen. In diesem Teil des Bibelworkshops sehen wir uns einen Mann an, der genau dies tat.

Die Reisen von Phlippus und des Schatzmeisters von Ägypten (© Tyndale House Publishers)

Die Reisen von Phlippus und des Eunuchen/Schatzmeisters (© Tyndale House Publishers)

Es handelt sich um den Schatzmeister des Königreichs Äthiopien, der durch Gottes Fügung auf der Straße von Jerusalem nach Gaza auf Philippus (einen der sieben Diakone) trifft (das Königreich Äthiopien entspricht übrigens nicht dem heutigen Äthiopien, sondern dem alten Königreich Kusch/Nubien , im nördlichen heutigen Sudan, siehe Das große Handbuch zur Bibel):

26 Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend. 27 Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, 28 und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29 Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen. 30 Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? 31 Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. 32 Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete:

Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf. 33 In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen.

34 Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen? 35 Da begann Philippus zu reden und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus. 36 Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg? 37 [Da sagte Philippus zu ihm: Wenn du aus ganzem Herzen glaubst, ist es möglich. Er antwortete: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist] 38 Er ließ den Wagen halten und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab und er taufte ihn. 39 Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr und er zog voll Freude weiter. 40 Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam. (Apg 8,26-40/EÜ)

Gott überlässt nichts dem Zufall. Er sandte einen Engel zu Philippus, damit dieser den Kämmerer (d.h. Schatzmeister bzw. in manchen wörtlichen Übersetzungen auch als Eunuche bezeichnet) treffen würde.

  • Wer war dieser Schatzmeister?

Er war vermutlich ein Heide, also ein Nichtjude.

  • Warum fuhr er dann den weiten Weg vom Äthiopischen Königreich (Nubien) nach Jerusalem (über 1000km Luftlinie!), um dort (im bzw. am Tempel) Gott anzubeten?

Offensichtlich war er auf der Suche nach Gott. Er war weder Jude, noch Christ. Er fuhr einfach mal los nach Jerusalem, um dort zu Gott zu beten.

Was für ein (zeitlicher und finanzieller) Aufwand! Was für ein Eifer! Das ist eine Suche nach Gott von ganzem Herzen!

Auf dem Rückweg von Jerusalem studiert der Schatzmeister die Bibel (damals gab es nur das Alte Testament, das Neue Testament bestehend aus den Evangelien, der Apostelgeschichte, den Briefen und der Offenbarung wurde erst später aufgeschrieben und zusammengestellt). Aber offensichtlich verstand er den Sinn der Bibel bzw. der Stelle, die er gerade las nicht. Als Philippus ihn fragte, ob er ihm helfen könne, ließ sich der Schatzmeister die Bibel von Philippus gerne erklären.

Was für ein tiefer Wunsch, die Bibel verstehen zu wollen! Welche Offenheit und Lernbereitschaft legte der Schatzmeister an den Tag! Er lädt einen vollkommen fremden Mann ein (mitten auf der Straße), ihm zu helfen, die Schrift besser zu verstehen! Er gibt nicht vor, alles selbst (besser) zu wissen. Er bildet sich auch nichts auf seine hohe Stellung am Hof der Königin von Äthiopien ein. Nein, er will offensichtlich einfach nur die Bibel verstehen und herausfinden, was Gottes Plan für sein Leben ist!

Was für eine tolle Einstellung! Was für eine Demut! Das ist eine Suche nach Gott von ganzem Herzen!

Philippus erklärte dem Schatzmeister nun, dass die gerade von ihm gelesene Stelle (siehe Jes 53,7-8 nach der Septuaginta) eine Prophezeiung ist, die sich auf Jesus Tod am Kreuz bezieht und verkündigt ihm daraufhin das Evangelium von Jesus (nämlich, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben, am dritten Tage von den Toten auferstanden und dann in den Himmel zu Gott, dem Vater aufgefahren ist. Und dass wir uns taufen lassen müssen, damit wir die Vergebung unserer Sünden erlangen, vgl. 1.Kor 15,1ff und Apg 2,38 ).

Es muss hierbei angemerkt werden, dass auch Philippus ein tolles Herz hat. Er ließ sich vom Geist Gottes zum Wagen des Schatzmeisters führen und nimmt sich dann die Zeit, dem Schatzmeister die Bibel und das Evangelium zu erklären. Er hätte das nicht machen müssen. Er wurde dazu nicht gezwungen. So aber ließ er sich zu einem göttlichen Werkzeug machen, um dem Schatzmeister zu helfen. Hier sieht man zudem wie wichtig es ist, dass man als Christ genügend Kenntnisse der Heiligen Schrift hat, um sie auslegen und erklären zu können.

Wie brauchen also beides: Menschen, die sich auf der Suche nach Gott helfen lassen, als auch Christen, die gute Lehrer sind! Die Bibel ist nicht immer einfach zu verstehen. Und sie kann auch falsch ausgelegt und erklärt werden. Traurigerweise sind dadurch bereits schon viele falsche und auch schädliche Lehren über den christlichen Glauben verbreitet worden.

Wichtig ist hierbei festzuhalten: die Bibel erklärt sich nicht überall selbst. Man braucht neben den Selbststudium auch bewährte (und vorbildliche) christliche Lehrer, die einem nicht nur schwierige Passagen in der Bibel erklären, sondern auch Hinweise zur praktischen Anwendung geben können (ich spreche hier übrigens nicht von mir, auch wenn ich mein Bestes versuche 😉 ).

  • Was machte nun der Schatzmeister nach diesem Kurz-„Glaubenskurs“ mit Philippus?

Er ergreift die nächstbeste Gelegenheit, um sich taufen zu lassen!

Er war sicherlich bereits vorher durch Gott auf diese Entscheidung vorbereitet worden. Ansonsten hätte er wohl nicht so schnell eine so tiefgreifende Entscheidung treffen können. Andererseits war der Schatzmeister offensichtlich ein Mann der Tat. Er hatte verstanden, um was es geht und handelte dann danach.

Eine (erfolgreiche) Suche nach Gott beinhaltet also nicht einfach nur das bloße Anhäufen von Wissen oder das Führen von philosophischen Diskussionen, sondern auch das Umsetzen des bereits Gelerntem. Denn Gott will letztendlich sehen, ob wir es Ernst meinen mit unserer Suche. Erst dann wird Er sich uns auch immer mehr zeigen.

Hier geht es weiter zum 6. Teil des Bibelworkshops.

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